Vanishing Twin Syndrom in SulaikaART

Als ich einer Freundin im November 2017 von meiner Methode SulaikaART erzählte, war sie begeistert. Und was sie mir nicht verriet, war ihre Schwangerschaft. Wohl, weil sie erst sicher gehen wollte, dass sie das Baby wirklich bekommen kann. Am Abend, des 6.1.2018 fing ich 18 Uhr an, ihr SulaikaART bis 22:45 Uhr zu malen. Danach ging es nicht mehr. Erst Ende Januar telefonierten wir und sie erzählte mir von ihrem Baby und den Blutungen, die sie bekommen hatte. Mit meinem eigenen Erleben und Wissen über das Vanishing Twin Syndrom, das Syndrom des verschwundenen Zwilling, eben oft durch Blutungen, schaute ich mir ihre SulaikaART an. Was mich überraschte und noch immer fasziniert, sind die für mich erkennbaren Embryos, die sich im Kreis 2 aneinander kuscheln. 

In den Notizen meiner Unterlagen, in die ich immer schreibe, während ich male, steht:

Besonders spannend:

Kreis 2 war fast nicht zu erkennen, als ob sich Lisa

( Name geändert ) sagt:

„ Es darf  nicht (s) leicht sein…?" In diesen Kreis habe ich Leichtigkeit geschrieben...

In der rechten oberen Ecke sehe ich einen Penis. Aber entscheiden Sie, was sie sehen „wollen oder können“.

Mich hat diese SulaikaART sehr demütig werden lassen...


Jede achte bis zwanzigste Schwangerschaft ist zu Beginn eine Mehrlingsschwangerschaft

Tatsächlich kann man heute sehr früh schon Schwangerschaften im Ultraschall sehen, vier Wochen nach der Empfängnis, ist zu sehen, ob sich eine oder mehrere Eihüllen gebildet haben. Oft wird den Müttern eine Zwillingsschwangerschaft aber erst im dritten Schwangerschaftsmonat mitgeteilt, da ein zweiter Embryo häufig auch verschwinden kann.

Prof. Charles Boklage von der East Carolina Universität geht davon aus, dass eine von acht Schwangerschaften eigentlich eine Zwillingsschwangerschaft war. Andere embryologische Forscher gehen davon aus, dass jede zwanzigste Schwangerschaft anfangs eine Mehrlingsschwangerschaft war.

Das Phänomen dass zunächst Zwillinge heranwachsen, aber nur ein Kind ausgetragen wird, ist unter dem Namen Vanishing Twin Syndrom bekannt, das Syndrom des verschwundenen Zwilling. Warum dies eigentlich passiert, ist nicht vollständig geklärt, es gibt verschiedene Theorien. Stirbt ein Zwilling als Fötus, verwächst der winzige Körper meistens spurlos mit der Plazenta oder es kommt zu einer Fehlgeburt mit geringer bis gar keiner Vorwarnung. Anders als bei anderen Fehlgeburten gibt es häufig keine Symptome, keine Wehen und auch nur wenig Blut.

 

 

Was bedeutet der Verlust für das überlebende Kind?

Peter Pharoah, Mediziner an der Universität Liverpool hat sich intensiv mit Zwillingsforschung und dem Verlust eines Zwillings in der Schwangerschaft beschäftigt. Seine Studien hierzu wurden im Fachmagazin „Human Reproduction“ publiziert. Pharoah kommt zu dem Schluss, dass das Versterben eines Zwillings auch für das überlebende Kind schwerwiegende Folgen haben kann.

Je fortgeschrittener die Schwangerschaft ist, wenn ein Kind verstirbt und eines überlebt, desto höher auch der Austausch unter den Kindern. Dies gilt nicht nur für den körperlichen Aspekt: Denn näher als die Darmgeräusche und den Herzschlag der Mutter hört ein Zwilling das Geschwisterkind im Bauch. Zwillinge nehmen schon im Mutterleib Kontakt zueinander auf und spüren einander.

 

Über die Verbundenheit von Zwillingen gibt es viele Studien. Doch was bedeutet es für die Psyche, wenn ein ungeborenes Kind einen Zwilling verliert?

Auch ein verlorener Zwilling kann weitreichende emotionale Auswirkungen für das Geschwisterkind haben. Doch dies gilt als wenig erforschtes psychologisches Gebiet. Evelyne Steinemann, Trauma-Therapeutin aus Zürich, hat sich mit diesem Thema beschäftigt und festgestellt, dass Betroffene häufig etwa Verlustängste haben können.

 

Sehr oft wissen aber weder das überlebende Kind noch die Eltern, dass es ein zweites Kind gab. Manchmal ist dies, ein vages Gefühl oder eine Blutung. Manchmal bleiben vom verstorbenen Zwilling aber auch eine zweite Plazenta oder Zellreste. Dies sehen Hebammen und Ärzte bei der Geburt. Meist allerdings schweigen sie, um den Eltern Kummer zu ersparen! Manchmal wird dies aber auch dokumentiert und den Eltern mitgeteilt. Experten erklären, dass es für die Eltern wichtig ist, dies zu wissen.

Wie sollen Eltern mit diesem Wissen umgehen?

Trauer wird bleiben – erst recht, wenn die Schwangerschaft schon so weit fortgeschritten war, dass die Eltern sich auf zwei Kinder gefreut haben. Es kann sogar besonders schwierig sein, einerseits um ein verstorbenes Kind zu trauern und andererseits sich auf ein lebendes Baby zu freuen. Ausgebildete Hebammen und Ärzte können Mütter und Väter hier unterstützen. Auch die Initiative Verwaiste Eltern e.V. kann helfen.

 

Quelle dieser Information: http://www.liliput-lounge.de


Buchtipp: 

Evelyne Steinemann: Der verlorene Zwilling. Wie ein vorgeburtlicher Verlust unser Leben prägen kann.

 

Süddeutsche Zeitung: Für immer zu zweit